{"id":734,"date":"2017-08-22T13:13:11","date_gmt":"2017-08-22T11:13:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tordas.de\/?p=734"},"modified":"2017-09-26T16:17:51","modified_gmt":"2017-09-26T14:17:51","slug":"aber-wrach-lampaul-ile-doussant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tordas.de\/?p=734","title":{"rendered":"05.07.17 L&#8217;Aber Wrac&#8217;h &#8211; Lampaul, Ile d\u00b4Ouessant"},"content":{"rendered":"<p>Nach Westen gehts immer mit der einsetzenden Ebbe&#8230;.so auch heute. Die Sonne scheint und bummelige 4-5 aus NNW bereiten uns einen super Segeltag. Gleich nach dem Hafen setzen wir die Segel und ab gehts.<\/p>\n<p>Am Ende des Festlandes steht der Phare du Chenal du Four. Es ist der erste der von Postkarten mit spektakul\u00e4ren Bildern bekannten und ber\u00fchmten Leucht\u00fcrme der Bretagne, dem wir begegnen. Er markiert auch das Ende des \u00c4rmelkanals und den Beginn des &#8222;Iroise&#8220; genannten Seegebietes. Wenn hier die Winterst\u00fcrme den Atlantik an Land treiben wird der Begriff &#8222;Naturgewalten&#8220; eindr\u00fccklich visualisiert. Nat\u00fcrlich haben wir unsere Navigation darauf abgestimmt nicht in den Chenal du Four, &#8211; der Gezeitenstrom setzt hier mit bis zu 9 Knoten -, gezogen zu werden und gut an den Races (eine Art im Meer bei starker Str\u00f6mung entstehender &#8222;Stromschnellen&#8220;) , Eddies (Stromwirbel in die man nich hineingezogen werden sollte) und Overfalls (brechende See verursacht durch starken Strom ) vorbeizukommen. An der Einfahrt zum Chenal du Four beschlie\u00dfen wir aufgrund der Wetterlage die s\u00fcdwestliche Ankerbucht am Hauptort der Ile d\u00b4Ouessant anzulaufen und die Insel n\u00f6rdlich zu passieren. Beeindruckt segeln wir an hohen Felsenklippen, dem Phare du Stiff und vorgelagerten Inselchen und Felsen vorbei. Auch &#8222;Arches&#8220;, \u00a0(Felsbr\u00fccken \u00fcber vom Meer in die Felsen gebrochenen Tunneln) sind zu erkennen. Uns ist sofort klar, diese K\u00fcste muss in den n\u00e4chsten Tagen erkundet werden.<\/p>\n<p>Hoch \u00fcber die Insel erhebt sich jetzt s\u00fcdlich von uns der Phare de Creac\u00b4h. Hier k\u00f6nnen wir nach S\u00fcdwest abfallen. Nividic, den n\u00e4chsten im Meer stehenden Leuchtturm, umrunden wir mit einer Halse und segeln in die gro\u00dfe Ankerbucht. Die Maschine wird angeworfen und die Segel geborgen. Dicht unter der Ortschaft Lampaul liegen einige &#8222;Corp Morts&#8220;, wie die Mooringbojen zum Festmachen hier hei\u00dfen. Wir legen uns an die Erste.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die anderen das Abendessen zubereiten, f\u00fchren wir die Hunde aus. Schlauchboot wassern, Maja, Rusty, Elke, Benno und Jogi und Bord und ab gehts. An Land schauen wir als Erstes\u00a0mal zum &#8222;Hafen&#8220;, einem kleinen hinter hohen Mauern verborgenem Becken, was bei guten 6 Metern Tidenhub v\u00f6llig trocken f\u00e4llt und Platz f\u00fcr kleinere offene Boote bietet. Bei der alten Rettungsboot Station treffen wir eine Art wei\u00dfen Bernhardiner (Landseer heisst die Rasse vermutlich) mit seinem winzigen Begleiter und ein \u00e4lteres franz\u00f6sisches Paar. Wir erfahren wo B\u00e4cker, Laden, Duschen und Toiletten sind, das unsere Mooring 13 mm Kette und zweieinhalb Tonnen Grundgewicht hat, &#8211; sehr Vertrauen erweckend, und Manches mehr. Die Beiden wohnen im Sommer auch auf Ihrem Boot, welches auf halben Weg zu Tordas an der Mooring liegt und betreiben die wohl in jedem Hafen obligatorische \u00f6rtliche Segelschule. Eine Reihe von Katamaranen liegt auch gleich nebenan. Wir schauen uns noch etwas in der Gegend um, die Insel ist uns auf Anhieb sympathisch. Der Blick \u00fcber die Bucht beruhigt, zerkl\u00fcftete Felsw\u00e4nde sch\u00fctzen Tordas von drei Seiten und mitten in der Ausfahrt liegt eine hohe Felseninsel wie ein W\u00e4chter. Hier werden wir die n\u00e4chsten Tage sicher liegen. Aus S\u00fcdwest ist kein Starkwind zu erwarten. Zur\u00fcck an Bord genie\u00dfen wir das Essen und lassen uns von der tr\u00e4ge im langen Atem des Atlantik bewegenden Tordas in den Schlaf wiegen.<\/p>\n<p>Heute morgen herrscht gesch\u00e4ftiges Treiben an Bord. Jeder packt seine sieben Sachen f\u00fcr den Tag auf der Insel. Das Beiboot wird an der alten F\u00e4hrbr\u00fccke Tidensicher befestigt. Der F\u00e4hrverkehr wurde schon vor l\u00e4ngerer Zeit eingestellt. Vergisst man, die Tide zu ber\u00fccksichtigen, liegt das Schlauchboot eventuell bei Niedrigwasser auf den Felsen oder h\u00e4ngt am Festmacher wie aufgeh\u00e4ngt&#8230;.beides nicht wirklich gut&#8230;..und was auch nicht gut ist, ist wenn das Boot bei Hochwasser unter die Betonbr\u00fccke gequetscht und unter Wasser gedr\u00fcckt wird. Wir finden aber ein sicheres Pl\u00e4tzchen und machen uns mit den Einr\u00e4dern auf den Weg zum Fahrradverleih, wo die anderen grade ihre R\u00e4der aussuchen. Wir fahren schon mal vor, Rusty hat \u00fcberhaupt keine Lust auf der hei\u00dfen Strasse zu laufen und so geht es entsprechend langsam die zwei Kilometer zum Phare du Creac\u00b4h. Dort besuchen wir das Leuchtturmmuseum &#8211; nein, es sind keine alten Leuchtt\u00fcrme ausgestellt. Aber, sehr imposant, viele alte ausgemusterte fresnelsche Linsensysteme von Leuchtt\u00fcrmen. Teilweise erreichen sie eine H\u00f6he von bis zu drei Metern. Geschichten, Berichte, Wissenswertes und Filme aus alten und neuen Zeiten, Modelle und Bauskizzen bestaunen wir. Ein tolles Museum, gleichwertig mit dem in Fraserburgh, Schottland. Wir sind beeindruckt. Die Hunde parken solange drau\u00dfen im Schatten. Freudig werden wir wieder empfangen. Direkt beim Leuchtturm beginnt ein bizarrer Felsengarten, diesmal nicht nur im Meer, sondern auch an Land. Elke, Benno und ich klettern und die K\u00fcste entlang w\u00e4hrend die Hunde im Felsenlabyrinth rumtollen. \u00a0Rusty ist bester Laune und im frischen Wind voll in seinem Element. Nach zwei Stunden suchen wir uns eine gesch\u00fctzte Stelle zwischen den Felsen und gehen alle in dem glasklaren Wasser baden. Von oben sieht es aus, als w\u00fcrde Maja in der Luft laufen, so klar ist das Meer. Das Wasser hat ca. 16 Grad aber die Felsen sind von der Sonne aufgew\u00e4rmt wie eine Ofenbank. Wir relaxen noch etwas in unserer Wellnessoase und folgen dann weiter der K\u00fcste bis zur \u00cele de Keller, einem Eiland in einer Bucht an der Nordk\u00fcste von Ouessant. Mehr schaffen wir heute nicht. Den Rest der Nordk\u00fcste wollen wir morgen erobern. Durch die fantastisch nach Honig duftende Heidelandschaft fahren wir zur\u00fcck nach Lampaul, schnurstracks \u00a0zur n\u00e4chsten Bar und kommen grade rechtzeitig zur &#8222;Bierzeit&#8220; an ;). Das erste verdunstet sozusagen auf der Zunge und voller Elan bestellt Elke eine zweite Runde, die uns dann fast ausknockt. Halleluliah, der Weg zum Boot w\u00e4re auf gradem Weg sicher nur halb so lang&#8230;.aber wir schaffen es! Gut, dass die Hunde den Weg kennen!<\/p>\n<p>Der ganzen Crew gef\u00e4llt die Insel so gut, das wir noch einen Tag bleiben. Also &#8222;same procedure than yesterday&#8220;. Heute fahren wir zuerst zum Phare du Stiff, dem n\u00f6rdlichsten Leuchturm der auch an Land steht. Hier besichtigen wir eine kleine Ausstellung und den Leuchtturm. Nur ganz hoch zum Feuer d\u00fcrfen wir nicht, denn das ist noch in Betrieb. Aber auch von der Galerie aus haben wir einen tollen Blick \u00fcber die ganze Insel. bei sch\u00f6nstem Sonnenschein sehen wir wie, kaum merkbar, das Meer bald nach dem Ufer von Dunst verschlungen wird. Das kalte tiefe Wasser des Atlantik welches von den Gezeitenstr\u00f6men an die Oberfl\u00e4che gedr\u00fcckt wird, l\u00e4sst die Luft \u00fcber dem Meer kondensieren. Die Szene erinnert an den Horrorstreifen &#8222;The Fog &#8211; Nebel des Grauens&#8220; (Elke: naja, die Sonne strahlt mit mir um die Wette. Es sieht malerisch aus!) . Nicht nur St\u00fcrme haben die unz\u00e4hligen Wracks um diese Insel auf dem Gewissen, sicher vielen auch viele Nebel und Flaute zum Opfer. Waren die alten Segler erst mal im Einfluss der Gezeitenstr\u00f6me, gab es ohne Wind und gute Sicht vor den Felsen kein Entrinnen mehr. Ankern war in den starken Str\u00f6men und dem tiefen Wasser vor der K\u00fcste nur an sehr wenigen Stellen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Vom Leuchtturm aus folgen wir mit den Einr\u00e4dern den K\u00fcstenpfaden direkt an den Klippen. Heute finden wir auch die &#8222;Arches&#8220; die wir vom Schiff aus sehen konnten. Die Felsen sind aber zu steil, wir kommen nicht nach unten. Dorthin, wo die See die H\u00f6hlen so lange in die Felszungen geh\u00e4mmert hat, bis sie auf der anderen Seite wieder ins Freie kam. \u00a0Schlie\u00dflich wollen wir auch heute wieder unser Bad im Meer nehmen. Wir suchen uns eine sch\u00f6ne Stelle und &#8211; sieh an ganz unten in unserer kleinen Bucht taucht auf der linken Seite ein kleiner Arch auf \ud83d\ude42 Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck! wir ziehen uns aus und schwimmen der Reihe nach durch unseren Arch. Auf unserer Seite ruhig, pumpt das Meer auf der anderen Seite ordentlich Schwell durch die Schmale tiefe \u00d6ffnung. Viel und kalt, verdammt kalt. Das Wasser aus der Tiefe ist sicher f\u00fcnf Grad k\u00e4lter als ein paar Meter weiter in der Bucht und raubt uns fast den Atem. Trotzdem klasse, wer ist denn schon mal durch einen Arch geschwommen? F\u00fcr uns war es das erste Mal. Mit dem Schlauchboot haben wir in Schottland schon mal einen durchfahren, aber geschwommen noch nie.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg fahren wir noch lange durch riesige Mannshohe Farnfl\u00e4chen. Als wir wieder auf einem Teerweg gelandet sind streikt Rusty. Es war auch ein langer und weiter Marsch f\u00fcr den mittlerweile 13 j\u00e4hrigen Terrier. Nach einer kleinen Pause schnappe ich ihn mir und springe aufs Rad: los gehts. Er macht es sich gleich auf meinem rechten Arm bequem. Die Pfoten h\u00e4ngen rechts und links runter. Ich fahre so schnell ich kann, denn ich will so viel Strecke wie m\u00f6glich zur\u00fccklegen bevor mir der Arm schlapp wird. Auch wenn es nur rund 10 Kg Hund sind&#8230;.auf die Dauer werden die am ausgestreckten Unterarm ganz sch\u00f6n schwer. Nach knapp drei Kilometern ist es so weit, der Arm f\u00e4llt fast ab. Vor dem Lebensmittelladen\u00a0in der Inselmitte fallen wir vom Rad. Elke und Benno haben wir abgeh\u00e4ngt, aber sie lassen nicht lange auf sich warten. Ich besorge erstmal Eis f\u00fcr alle. Eine Packung mit sechs Cornett. Das Eis f\u00fcr uns, Waffeln f\u00fcr die Hunde. Als ich mir danach Rusty wieder schnappe ist er weitaus weniger begeistert als vorher, anscheinend tun die F\u00fcsse nicht mehr weh. Ich fahre also, mit einem wild seinen Unmut \u00fcber diese Art von Transport ausdr\u00fcckenden Terrier, vor mich haltend auf dem Einrad \u00fcber die Insel&#8230;leider kann ich die Gesichter der entgegenkommenden nicht auf Bild festhalten&#8230;es waren einige sehenswerte dabei \ud83d\ude42 \ud83d\ude42 \ud83d\ude42 Bald eilt Elke zu Hilfe, \u00fcberholt mich und beschwichtigt den kleinen Terrorier. Es ist auch nicht mehr weit zur Bar. Wie durch ein Wunder kommen wir wieder genau p\u00fcnktlich zur &#8222;Bierzeit&#8220; an, heute bleibt es aber bei Einem.<\/p>\n<p>Heute bleibt die K\u00fcche kalt, wir gehen alle zusammen in eine Creperie. Dort bestellt Jules als erstes einen &#8222;Grande Cafe ou Lait&#8220;, der Rest ist Legende und wird hier nicht verraten. &#8222;Grande Caffe fini&#8220; \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Westen gehts immer mit der einsetzenden Ebbe&#8230;.so auch heute. Die Sonne scheint und bummelige 4-5 aus NNW bereiten uns einen super Segeltag. Gleich nach dem Hafen setzen wir die Segel und ab gehts. Am Ende des Festlandes steht der Phare du Chenal du Four. Es ist der erste der von Postkarten mit spektakul\u00e4ren Bildern &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-734","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=734"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":786,"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/734\/revisions\/786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tordas.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}