{"id":716,"date":"2017-08-18T13:08:47","date_gmt":"2017-08-18T11:08:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tordas.de\/?p=716"},"modified":"2017-09-29T12:58:55","modified_gmt":"2017-09-29T10:58:55","slug":"29-06-roscoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tordas.de\/?p=716","title":{"rendered":"29.06. Tr\u00e9guier-Roscoff"},"content":{"rendered":"<p>Mit einsetzender Ebbe laufen wir die Jaudy hinunter zum Felsenmeer an der K\u00fcste. Der Wetterbericht verspricht heiter bis wolkiges Wetter bei s\u00fcdlichen Winden 2-3. Vor Plougrescant setzen wir Segel und kommen trotz des wenigen Windes wegen den drei Knoten Ebbstrom, der an der K\u00fcste nach Westen setzt, gut voran.<\/p>\n<p>Die Il d\u00b4Er liegt noch nicht weit achteraus als wir \u00fcber Funk eine Securite Meldung erhalten: &#8222;Wind shifting Northwest increasing 8 soon&#8220;. Aha. Das ist jetzt weniger gut. Wir \u00fcberpr\u00fcfen unsere Lage. Eigentlich wollten wir bei dem guten Wetter einen Abstecher zu den &#8222;Sept Iles&#8220; machen um dort bei einem kleinen Landgang die Vogelkolonien zu besuchen. Neben vielen Basst\u00f6lpeln und anderen Seev\u00f6geln gibt es dort sogar ein Paar Puffins, die s\u00fcdlichste Kolonie \u00fcberhaupt. Daran ist jetzt nat\u00fcrlich nicht mehr zu denken. Ein Problem ist auch, dass es vor dem n\u00e4chsten Hochwasser nur wenig H\u00e4fen gibt, die \u00fcberhaupt angelaufen werden k\u00f6nnen. Um genau zu sein, gibt es nur einen Hafen, der auch bei NW8 sicher angelaufen werden kann, denn Legerwallsituationen mit tausenden Messerscharfen Felsen sind\u00a0keine Gute Idee. Also bleibt nur Roscoff \u00fcbrig. Zun\u00e4chst laufen wir aber mit dem langsam auffrischendem SW Wind nach Nordwest um soviel Luv wie m\u00f6glich zu machen und dann, wenn der Wind dreht und zulegt, mit Halbwind Kurs auf Roscoff anliegen\u00a0zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die langsam zunehmende D\u00fcnung und die halbst\u00fcndlichen Securite Meldungen \u00fcber Funk machen uns klar, dass der Nordweststurm sicher kommen wird. Die See l\u00e4uft bei dieser Windrichtung aus dem Atlantik voll auf die K\u00fcste. Wir haben inzwischen die &#8222;Sept Iles&#8220; Backbord achteraus gelassen und wenden. Grade als wir die Schoten auf Backbord dicht haben dreht der Wind wie auf Bestellung und nimmt auch gleich zu &#8211; nicht wie auf Bestellung, aber angedroht. Noch laufen wir bei NW 6 unter Vollzeug, denn wir wollen so schnell wie m\u00f6glich Roscoff erreichen bevor der Wind Sturmst\u00e4rke erreicht. Aber als wir die Felsen von Triagoz erreicht haben, welche jetzt, kurz vor Niedrigwasser noch gut aus dem Meer ragen und die Wellen brechen, nutzen wir die Abdeckung und Binden ein Reff ins Gro\u00df und ins Besan. Es weht jetzt mit 7Bft und einige Wellen \u00fcberschreiten locker die vier Meter. Macht aber nichts, Tordas prescht mit Macht vorw\u00e4rts, bis zu 10,5 knoten zeigt das GPS mit der D\u00e4mpfung von einer Minute (wir haben das GPS so eingestellt, dass es immer die Durchschnittsgeschwindigkeit der letzten Minute anzeigt. Dadurch sind die Werte zwar geringer als in der Momentananzeige, aber auch realistischer&#8230; \ud83d\ude09 ). Die Wellen von der Seite werden spielerisch genommen. Das Deck wird zwar gr\u00fcndlich gewaschen aber dank Sprayhood bleibt das Cockpit trocken und die Schiffsbewegungen sind lang und angenehm. Jules steht die ganze Zeit am Ruder und ist gl\u00fccklich, endlich mal wieder richtiges Segeln \ud83d\ude42 \ud83d\ude42 \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Vor Roscoff in Lee der Ile de Batz nimmt der Seegang schnell ab. \u00a0Die Fock bergen wir kurz vor dem F\u00e4hrhafen und segeln wie immer wenn nur irgend m\u00f6glich in das Becken um ruhig und gesch\u00fctzt Gro\u00df und Besan zu bergen. In der Einfahrt zur nagelneuen Marina kommt uns wieder der Hafenmeister entgegen und weist uns an &#8222;Tete Hotel&#8220; also am Kopfschlengel von Ponton H L\u00e4ngsseits zu gehen. Grade als wir anlegen wollen korrigiert er nochmal &#8222;I, India!!!&#8220; und noch bevor wir da sind, steht er da um die Leinen anzunehmen \ud83d\ude42 \u00a0Quelle Service! Wir machen klar Schiff und essen. Beim Hunde-Abendgang auf dem H\u00fcgel oberhalb des Hafens k\u00f6nnen wir sehen, dass es drau\u00dfen jetzt richtig kachelt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ziehen Jenny und Christian los, um Bagette zu besorgen. Nach fast zwei Stunden kommen sie mit Beute zur\u00fcck. Der Weg in den Ort ist wohl doch etwas weiter. Morgen werden wir lieber\u00a0beim Hafenmeister Backwaren bestellen. \u00a0Nachmittags besuchen wir den Tropischen Garten direkt beim Hafen. Auf dem Aussichtsfelsen beuteln uns die Schauerb\u00f6en. An Weitersegeln ist nicht zu denken. Wir sind etwas traurig, weil uns Jenny und Christian heute mit der F\u00e4hre Richtung Irland verlassen. Wir hoffen, es ist nur ein Abschied auf Zeit und wir k\u00f6nnen sie bald wieder an Bord begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Das Wetter wird besser und wir verholen in den Alten Hafen mitten im &#8222;Zentrum&#8220; von Roscoff. Der Hafen ist nur bei Hochwasser zu erreichen, bei Niedrigwasser f\u00e4llt er 3-5 Meter trocken. Wir waren 2008 bereits hier und wollen uns wieder an die mittlere Hafenmauer legen. Vorsichtig tasten wir uns in den Hafen und gehen l\u00e4ngsseits dicht hinter das Ende der Mauer. Gut gesch\u00fctzt setzen wir ca. 2 Stunden sp\u00e4ter auf und fallen langsam trocken. Elke und ich machen uns sofort ans Reinigen des Unterwasserschiffs. Viel Bewuchs gibt es nicht, aber reichlich noch kleine Seepocken die sich leicht wegb\u00fcrsten lassen. Anfangs arbeiten wir vom Schlauchboot aus, bald steige ich aber ins inzwischen nur noch kniehohe Wasser. Durch die gro\u00dfe Fl\u00e4che, immerhin ca. 130 Quadratmeter, wird es ganz sch\u00f6n anstrengend, aber rechtzeitig bevor die Flut wieder aufl\u00e4uft gl\u00e4nzt das Unterwasserschiff wieder wie frisch gemalt \ud83d\ude42 . Daf\u00fcr, dass wir schon wieder fast 10 Monate ohne Antifouling segeln, nicht viel Aufwand. Mit Freude stellen wir fest, dass sich die neue Beschichtung von Brantho Korrux gut bewehrt hat.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Trockenfallen haben wir die Festmacher und die Sicherungsleine gegen Kippen am Mast so justiert, dass wir fortan keine Leinen mehr fieren bzw. dichtholen m\u00fcssen, wenn das Wasser f\u00e4llt oder steigt. Nachts um ca. 02:00 kommen unsere neuen G\u00e4ste Nicole und Guido mit dem Taxi vom Flughafen Brest an. Der Flieger hatte in Paris wegen einem aus Sicherheitsgr\u00fcnden ger\u00e4umten Terminals reichlich Versp\u00e4tung. Aber jetzt sind sie gl\u00fccklich an Bord und fallen erst mal in die Koje.<\/p>\n<p>Nicole und Guido sind nicht b\u00f6se, wenn wir heute nicht auslaufen. der letzte Tag war lang und die Nacht kurz. Wie schon gestern, kommen auch heute alte Fischer und Seeleute vorbei und freuen sich \u00fcber unseren Besuch in &#8222;ihrem Hafen&#8220;. \u00a0Heute am zweiten Tag begr\u00fc\u00dfen sie uns schon wie alte Bekannte. \u00a0Wir wechseln ein paar Worte und der eine oder andere erz\u00e4hlt aus seinem Seeleben. Anscheinend wurden wir schon beim Einlaufen von den Schippern beobachtet, denn mehrere weisen uns darauf hin, dass wir nicht mittig in der Peilung gefahren sind und ermahnen uns wegen der Felsen beim Auslaufen genau auf die Peilung Ende Mauer \/ Leuchtturm zu achten. Nachmittags laufen wir einmal quer durchs trocken gefallene Hafenbecken. Ein tolles Gef\u00fchl. Weiter vorne an unserer Mauer kommen wir noch mit zwei Briten mit einem kleinen Katamaran ins Gespr\u00e4ch. Ihr eines Ruderblatt ist auf dem ca. 150 Seemeilen langen T\u00f6rn \u00fcber den Kanal gebrochen und nun m\u00fcssen sie erst mal reparieren. F\u00fcr den kleinen vielleicht 7 Meter langen Kat mit grade mal einer kleinen Schlupfkaj\u00fcte ein beachtlicher Schlag, denke ich. Sie wollen, wie wir, weiter westw\u00e4rts und geben uns, da sie die Gegend kennen, ein paar Tipps f\u00fcr sch\u00f6ne Pl\u00e4tze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einsetzender Ebbe laufen wir die Jaudy hinunter zum Felsenmeer an der K\u00fcste. Der Wetterbericht verspricht heiter bis wolkiges Wetter bei s\u00fcdlichen Winden 2-3. Vor Plougrescant setzen wir Segel und kommen trotz des wenigen Windes wegen den drei Knoten Ebbstrom, der an der K\u00fcste nach Westen setzt, gut voran. 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