{"id":683,"date":"2017-08-09T10:41:46","date_gmt":"2017-08-09T08:41:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tordas.de\/?p=683"},"modified":"2017-09-26T16:04:30","modified_gmt":"2017-09-26T14:04:30","slug":"25-06-cap-de-la-hague","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tordas.de\/?p=683","title":{"rendered":"25.06. Cap de la Hague, Race of Alderney"},"content":{"rendered":"<p>Am n\u00e4chsten Morgen machen wir vorm Ablegen noch einen kurzen Landgang. Es ist wunderbar! Ein richtig nat\u00fcrlicher Strandwall mit groben Kieseln empf\u00e4ngt uns. Darauf w\u00e4chst Meerkohl und dazwischen tollt ein sehr gut gelaunter Terrier herum. Zur\u00fcck an Bord\u00a0binden wir vorsorglich ein Reff in Gro\u00df und Besan und legen von der Mooring ab, Kurs Richtung Cap de La Hague.<\/p>\n<p>Wir fahren zun\u00e4chst mit ein bis zwei Meilen Abstand unter Land um den hier vorhandenen Neerstrom auszunutzen. Er setzt mit 2-3 Knoten nach West w\u00e4hrend etwas weiter drau\u00dfen der richtige Strom mit 3 Knoten nach Ost setzt. Der Nachteil: Bei 5-6 Bft WNW baut sich mit Strom gegen Wind eine unangenehme See auf. Anfangs mache ich (Jogi) mir Sorgen wie das erst am Cap sein wird, aber Elke ist zuversichtlich, also setzen wir Gro\u00df Besan und Fock und segeln hoch am Wind weiter. Wenn man am Cap de La Hague in die Race of Alderney einf\u00e4hrt, gibt es kein Zur\u00fcck mehr, weil man bald vom \u00a0Ebbstrom mit 7-8 Knoten auf die andere Seite der Meerenge bef\u00f6rdert wird. Wir sind genau p\u00fcnktlich zum Kentern des Stromes am Cap und kreuzen auch ca. eine Meile westlich davon nach S\u00fcdwesten. Auf der Ostseite der Stra\u00dfe von Alderney sind die Seegangsverh\u00e4ltnisse besser als vor Alderney. Races (w\u00fcrde ich mit &#8222;Stromschnellen auf offener See&#8220; \u00fcbersetzen), Overfalls (brechende See) und Eddies (gro\u00dfe Strudel in die man nicht hineingezogen werden sollte) gibt es aber \u00fcberall in dieser Seeregion, wenn der Strom seine volle St\u00e4rke erreicht hat. Da wir das Race of Alderney zwar zur Springzeit, aber mit einsetzendem Strom passieren, haben wir keine Probleme und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gute See, &#8211; wir hatten also richtig gerechnet -. Nur die Sicht l\u00e4sst ab dem Cap \u00a0mit 1-2 Meilen sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Vor Flamanville wenden wir dicht vor den malerischen Kernkraftwerken, im Hintergrund thront drohend die riesige Anlage\u00a0La Hague \u00fcber dem Cap.<\/p>\n<p>Wir Reffen aus und mit drehendem und nachlassendem Wind vor Sark und Guernsey wenden wir\u00a0Richtung S\u00fcden. Wir umsegeln Jersey Wind und der Gezeit geschuldet im Osten. Die K\u00fcste sieht sehr einladend aus, aber wir d\u00fcrfen mit den Hunden englisches Territorium nicht auf eigenem Kiel betreten. Mit der letzten Flut umrunden wir am Ostende Jersey und segeln mit dem einsetzenden Ebbstrom an der S\u00fcdk\u00fcste nach wieder nach Westen. Die Sonne scheint und siehe da, wir bekommen Begleitung von ein paar gro\u00dfen T\u00fcmmlern. Die ganze Crew eilt mit Kameras bewaffnet an Deck. Die Stimmung ist pr\u00e4chtig, Abendsonne und Delfine vor toller Kulisse! Sie besuchen uns jedoch nur kurz. Dies sollen tats\u00e4chlich die einzigen Wale bleiben, die Jogi und ich\u00a0auf dem gesamten\u00a0T\u00f6rn zu Gesicht bekommen.<\/p>\n<p>S\u00fcdlich von Jersey entscheiden wir alsbald nicht ST. Malo, sondern direkt L\u00e9zardrieux weiter im Westen anzulaufen. Wir w\u00e4ren gerne nach der Piratenstadt St. Malo gefahren, aber da der Wind auf NW gedreht hat und die n\u00e4chsten Tage so weiterwehen soll, w\u00fcrden wir uns sonst eine lange Kreuz einhandeln. Immerhin waren wir 2008 schon mal dort. \u00a0L\u00e9zardrieux k\u00f6nnen wir anliegen.\u00a0Da es bereits kurz vor Niedrigwasser ist, k\u00f6nnen wir auch nur wenige H\u00e4fen in der gesamten Bucht von St. Malo anlaufen.\u00a0Die meisten H\u00e4fen sind bei zehn bis zw\u00f6lf Metern Tidenhub nur zwei Stunden vor bis eine Stunde nach Hochwasser zu erreichen. Danach werden die Tore geschlossen oder trockenfallende Barren blockieren die Zufahren.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des 26sten kommen wir an. Die Einfahrt im Morgengrauen bis L\u00e9zardrieux vorbei an der Ile de Brehat ist wundersch\u00f6n und lohnenswert. Wir genie\u00dfen die Fahrt zwischen den bewaldeten Felsw\u00e4nden vorbei an sch\u00f6nen alten bretonischen Steinh\u00e4usern.Doch der Fluss hat es in sich. Uns empf\u00e4ngt eine Str\u00f6mung vom feinsten. Der U-T\u00f6rn im Hafen an den Schwimmsteg in der Flussmitte verlangt ein Man\u00f6ver von h\u00f6chster Genauigkeit. Und beim Anlegen wird&#8217;s nochmal etwas schwieriger, da auch der Schwimmsteg der als Warteschlengel mitten im Flu\u00df bei zehn Metern Tidenhub an langen Ketten verankert ist, &#8222;leicht&#8220; in der Str\u00f6mung schwoit. Ich rufe &#8222;dichter!&#8220; zu Jogi und denke Tordas bewegt sich weg vom Steg, dabei ist es der Steg, der sich von uns fortbewegt &#8211; aber: er bewegt sich anschlie\u00dfend auch brav wieder auf uns zu und so spielen wir uns ein, machen fest und k\u00f6nnen das Ankommen genie\u00dfen. Die Stege mit Landzugang werden im Laufe des Vormittags verlassen\u00a0und nach einer M\u00fctze Schlaf verholen wir an einen freigewordenen Platz. Unter dem Steg winden sich Zucker- und Fingertang in der Str\u00f6mung. Im Schutz der Schwimmpontons stehen die Meer\u00e4schen.<\/p>\n<p>Gleich hinterm Duschhaus f\u00fchrt ein Pfad hinauf in den beschaulichen\u00a0Ort. Bei der Kirche kommen wir an und erreichen 5 vor 12 den Supermarkt des Ortes. Puh, gerade noch vor der Mittagspause ergattern wir Baguettes und Tomaten. Die Rettung f\u00fcr die hungrige Crew an Bord.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am n\u00e4chsten Morgen machen wir vorm Ablegen noch einen kurzen Landgang. Es ist wunderbar! Ein richtig nat\u00fcrlicher Strandwall mit groben Kieseln empf\u00e4ngt uns. Darauf w\u00e4chst Meerkohl und dazwischen tollt ein sehr gut gelaunter Terrier herum. 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